Scrollenden Screenshot unter Windows erstellen

Eine lange Seite als ein einziges Bild: mit dem Browser ohne Zusatzsoftware, und für alles andere mit einer Scroll-Aufnahme. Dazu die drei Fehler, die fast jeder einmal macht.

Manches passt nicht auf einen Bildschirm: eine Nutzungsbedingungen-Seite, ein Chatverlauf, eine lange Rechnung, eine Einstellungsliste über drei Bildschirmhöhen. Sechs einzelne Screenshots zu verschicken und zu hoffen, dass der Empfänger sie im Kopf zusammensetzt, ist die übliche Lösung, und eine schlechte. Was Sie wollen, ist ein durchgehendes Bild.

Zuerst: Ist es eine Webseite?

Dann kann Ihr Browser das bereits, ganz ohne zusätzliche Software.

Firefox

Rechtsklick auf die Seite → Bildschirmfoto aufnehmen → Gesamte Seite speichern. Das ist die sauberste Ganzseiten-Aufnahme unter Windows, und sie kostet nichts.

Chrome, Edge und andere Chromium-Browser

Mit F12 die Entwicklertools öffnen, dann Strg + Umschalt + P, screenshot eintippen und Capture full size screenshot wählen (bei deutscher Oberfläche der Entwicklertools heißt der Befehl entsprechend auf Deutsch). Gut versteckt, aber es liefert ein pixelgenaues Bild der gesamten Seite. In Edge geht es auch bequemer mit Strg + Umschalt + S und der Option für die ganze Seite.

Nehmen Sie den Browser, wenn es geht. Er rendert die Seite in ihrer echten Höhe, statt Einzelbilder zusammenzusetzen. Es gibt also keine Nahtstellen, die man prüfen müsste. Ein Werkzeug wird erst nötig, wenn das, was Sie brauchen, keine Webseite ist.

Alles, was kein Browser ist

Ein Desktop-Chatprogramm, eine Tabelle, ein PDF-Betrachter, ein langer Dialog in der Buchhaltungssoftware: Hier hilft der Browser-Trick nicht. Sie brauchen ein Werkzeug mit Scroll-Aufnahme. Es scrollt den Bereich selbst, nimmt an jeder Position ein Bild auf und setzt die Bilder anhand der Überlappung zu einem zusammen.

Das Snipping Tool von Windows kann das nicht, weder unter Windows 10 noch unter Windows 11. Bei den Werkzeugen, die es können, ist das Verhalten im Wesentlichen gleich, und die drei typischen Fehler auch.

Die drei Dinge, die schiefgehen

1. Ein wiederholter Streifen an jeder Nahtstelle

Die Seite ist da, aber ein Stück Kopfzeile erscheint fünfmal untereinander. Die Ursache ist ein Element, das beim Scrollen mitwandert: eine fixierte Kopfzeile, ein schwebender Button, ein Cookie-Banner, ein Chat-Widget. Es ist in jedem Einzelbild enthalten, also landet es jedes Mal im Ergebnis. Abhilfe: das Element vorher entfernen, also Banner schließen, Kopfzeile einklappen, Seitenleiste ausblenden.

2. Fehlende oder leere Abschnitte

Inhalte, die erst beim Scrollen nachgeladen werden, fehlen beim ersten Durchgang. Einmal ganz nach unten scrollen, kurz warten, wieder nach oben, dann aufnehmen. Endlose Feeds, etwa in sozialen Netzwerken, erreichen manchmal nie ein Ende; die kann kein Werkzeug vollständig aufnehmen.

3. Doppelte oder verschluckte Zeilen

Das Zusammensetzen funktioniert über die Überlappung aufeinanderfolgender Bilder. Zu schnelles Scrollen, eine Mausbewegung mitten in der Aufnahme oder ein Fensterwechsel stört diesen Abgleich. Lassen Sie die Aufnahme in ihrem Tempo laufen und rühren Sie nichts an, bis sie fertig ist.

Zwei Gewohnheiten, die die zweite Aufnahme sparen

  • Den Bereich wählen, der scrollt, nicht das ganze Fenster. Die meisten Programme scrollen nur ein Feld, der Rest bleibt stehen. Wer nur dieses Feld aufnimmt, umgeht das Streifen-Problem ganz.
  • Die Nahtstellen prüfen, bevor man es verschickt. Einmal nach einer doppelten Textzeile absuchen. Das dauert fünf Sekunden.

So geht es in Screen Slinger

Hinweis: Screen Slinger ist unser eigenes Produkt. Bitte lesen Sie diesen Abschnitt mit diesem Wissen.

Die Scroll-Aufnahme läuft automatisch: Sie wählen den Bereich, der scrollt, und das Programm scrollt selbst. Das zusammengesetzte Bild wächst in einer Live-Vorschau, und die Aufnahme hält am Ende von allein an. Zwei der drei Probleme oben sind damit erledigt: Eine fixierte Kopfzeile wird erkannt und nur einmal übernommen, und weil das Programm das Tempo bestimmt, entstehen keine doppelten oder verschluckten Zeilen. Nachladende Inhalte bleiben Ihre Sache: vorher einmal ganz nach unten scrollen. Und bei dem seltenen Fenster, das automatisches Scrollen ignoriert, sagt Screen Slinger das, und Sie scrollen von Hand, während es weiter zusammensetzt.

Das fertige Bild landet im selben Editor wie jede andere Aufnahme. Sie können es also mit Pfeilen, nummerierten Schritten und Sprechblasen beschriften oder Teile davon unkenntlich machen, bevor Sie es verschicken. Und wenn die Mitte nur Füllmaterial ist, schneidet das Ausschneide-Werkzeug einen Streifen heraus und fügt die beiden Hälften zusammen.

Geschrieben vom Team hinter Screen Slinger, einem Screenshot- und Beschriftungs-Tool für Windows. Die Browser-Methoden oben funktionieren ganz ohne Software. Siehe auch: Screenshot sicher schwärzen. English version.

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